Geschichte
Anfangsjahre
Die gemeinsame Idee, einen Verein ins Leben zu rufen, der dem Schach als auch dem Skatspiel gerecht wird, war das Ziel von sechs Schach- und Skatfreunden die sich im Jahre 1946 zusammentaten, um dieses Vorhaben zu realisieren. Georg Schwechheimer, Erhard Schönhöfer, Helmut Walter, Karl Schmidt, Ludwig Billmeyer und Josef Wühl waren die Initiatoren, die den interessierten Personenkreis zu jener historischen Gründungsversammlung im Altlußheimer Gasthaus "Zum Hirsch" eingeladen hatten.Am 24. Oktober 1946 wurde schließlich von 16 anwesenden Personen in einer konstituierenden Versammlung der neue Schach- und Skatclub Altlußheim gegründet. Der erste Vorstand des jungen Clubs bestand aus Georg Schwechheimer (1. Vorsitzender), Albert Müller (2. Vorsitzender), Helmut Walter (Schriftführer), Julius Lauer (Kassier), Stefan Hambsch (Spielleiter), Karl Schmidt (1. Beisitzer) und Johann Stephan (2. Beisitzer). Außerdem wurde der Beschluß gefaßt, die künftigen Spielabende und sonstige Vereinsaktivitäten im Gasthaus, "Zum Hirsch" auszutragen .
Nachdem die Formalitäten der Vereinsgründung erledigt waren, fiel der Startschuß für die ersten Clubturniere. Hierbei durften sich im Gründungsjahr 1946 Stefan Hambsch im Schach und Jakob Lehmann im Skat als erste Vereinsmeister eintragen.
Aber auch im kulturellen Bereich konnte der Schach- und Skatclub Akzente setzen. So wurden die organisierten Maskenbälle im großen Saal des Clublokales ein Markenzeichen des Vereins. Die gleichen Räumlichkeiten nutzte man auch für Varieteveranstaltungen, wofür man namhafte Künstler gewinnen konnte. Diese gesunde Mischung aus spielerischen und geselligen Aktivitäten führte zu einem starken Anstieg der Mitgliederzahl.
In dieser Zeit der Währungsreform konnte die Schachabteilung mit bis zu drei Mannschaften an Freundschaftsspielen antreten. Bei Wettkämpfen gegen die umliegenden Schachclubs aus Hockenheim, Ketsch, Brühl, Schwetzingen, Plankstadt und Oftersheim wurden wechselnde Ergebnisse erzielt. Erwähnenswert wäre auch die Abwicklung der damaligen Schach-Blitzturniere bis zum Anfang der 70er Jahre. Da man in dieser Zeit noch keine Schachuhren besaß, mußte der Spielleiter im 5-Sekunden-Takt mit abwechselnden Aufforderungen "Weiß zieht" und "Schwarz zieht" die Turnierpartien über die Bühne bringen. Man kann sich vorstellen, daß es bei dieser Methode zu erheblichen Schwierigkeiten kam,doch irgendwie wurden sich die teilnehmenden Spieler immer einig, so daß man schließlich jedes Turnier in einem fairen und geregelten Rahmen über die Runden brachte.
Auch das Skatspielen wurde nicht vernachläßigt. Der gleiche Personenkreis wie beim Schach war auch hier aktiv. Viele Skatturniere wurden alljährlich durchgeführt, so daß man mit der Entwicklung des Vereins sehr zufrieden sein konnte.
Die Siebziger Jahre
Zum 25-jährigen Bestehen des Schach- und Skatclub wurde im Jahre 1971 ein Blitzturnier (7 Minuten Bedenkzeit pro Partie und Spieler) ausgerichtet. Im Gasthaus "Pfalz" kämpften die 4-er Mannschaften aus Hockenheim, Speyer, Ketsch und natürlich das gastgebende Team aus Altlußheim um wertvolle Sachpreise und Pokale. Nicht zu schlagen waren an diesem Tag die Verbandsligaspieler aus Hockenheim, und nach durchgeführter Siegerehrung ließ man in gemütlicher Runde die gelungene Jubiläumsveranstaltung ausklingen.Nach diesen langen Jahren voller Aktivitäten und Höhepunkten im Vereinsleben folgte mit Beginn des Fernsehzeitalters ein spürbarer Abwärtstrend. Während man vereinsinterne Turniere auszutragen immer in der Lage war, konnten Freundschaftsspiele gegen Nachbarvereine nicht mehr bestritten werden. Hinzu kamen die Schwierigkeiten mit einer geeigneten Bleibe. Ein Umstand mit dem viele Vereine im Ort zu kämpfen hatten. Die Wanderung des Schach- und Skatclubs ging vom Gasthaus "Zum Hirsch", über Gasthaus "Pfalz" , "Caffee Blume" zur "Frischen Quelle". Mit der Einrichtung eines Mehrzweckgebäudes mit Vereinsräumen Anfang der 70er Jahre wurde schließlich das Standortproblem gelöst. Gemeinderat und Gemeindeverwaltung mit Altbürgermeister Gerhard Zahn an der Spitze ist es zu danken, daß die Odyssee des Clubs zu Ende ging.
Von der Benutzung dieser Räume gingen neue Impulse aus, die vor allem der Schachabteilung zugute kamen. Der Beitritt zum Badischen Schachverband und die damit verbundene Teilnahme an den Verbandsrunden war die Folge. Mit der Gründung einer Jugendabteilung sorgte man zusätzlich für eine Belebung des Spielbetriebes. Die Aufwertung des Schachspiels lief parallel mit dem Niedergang der Skatabteilung. Einige Skatfreunde traten aus und gründeten den Skatclub "Herzdame". Hierauf ging die Beteiligung merklich zurück, und pro Saison wurden nur noch drei bis vier Preisskatturniere ausgespielt.
Für positive Schlagzeilen sorgte hingegen die 1.Schachmannschaft. In ihrer ersten Saison 1972/73 wurde man auf Anhieb Vizemeister und schaffte gleichzeitig den Aufstieg in die Kreisklasse A. Mit diesem Anfangserfolg stieg auch das Interesse der altlußheimer Öffentlichkeit am Schach- und Skatclub und unter dem neugewählten 1. Vorsitzenden Erhard Stephan wurden die Aktivitäten weiter vorangetrieben. Im Jugendbereich kristallisierten sich die ersten Talente heraus und von umliegenden Clubs stießen einige spielstarke Schachfreunde nach Altlußheim, darunter Fritz Metzger, Peter Flörchinger, Andre Vargovic und Hugo Eberle. Mit diesen Neuzugängen konnte man gut gerüstet in die kommende Verbandsrunde 1973/74 starten und sorgte gleich im selben Spieljahr für weitere Paukenschläge. Mit hervorragenden 16:2 Punkten und einem halben Brettpunkt Vorsprung vor der punktgleichen Mannschaft SC Lampertheim III sicherte man sich die Meisterschaft in der Kreisklasse A.
Inzwischen war die Anzahl der Mitglieder weiter angewachsen, so daß man den Beschluß faßte, im Spieljahr 1974/75 mit zwei Mannschaften an der Verbandsrunde teilzunehmen. Recht wacker schlug sich dabei die neugegründete 2. Mannschaft in der Kreisklasse B. Das junge Team, mit Spielern wie z. B. Rolf und Friedrich Herrmann, Martina Schwechheimer sowie den Routiniers Egon Langlotz und Ferdinand Holzmann, erreichte am Ende mit 7 : 11 Punkten einen guten 7. Platz. Die 1. Mannschaft setzte als Aufsteiger in der Bezirksklasse weiter ihre tolle Serie fort. Ungeschlagen, mit erspielten 17 : 1 Punkten, wurde man vor Vogelstang und Hockenheim 1930 erneut Meister und karn zum dritten Mal in Folge in den Genuß des Aufstiegs. Mit der Qualifikation für die Bereichsliga hatte die 1. Mannschaft die geeignete Spielklasse gefunden. Den Beleg dafür lieferte man in den vier darauffolgenden Jahren. Mit je zweimal Rang vier bzw. fünf schaffte man sich gehörigen Respekt und zählte in dieser Phase zu den Spitzenteams der Bereichsliga Mannheim.
Auch die 2. Mannschaft konnte sich in ihrer Spielklasse gut in Szene setzen. In der Saison 1975/76 wurde man knapp, hinter dem neugegründeten Schachclub Rochade Neulußheim Vizemeister, ein Jahr später belegte das Team Platz drei. Nach dem Motto "aller guten Dinge sind drei" klappte es endlich in der Verbandsrunde 1977/78 mit dem Aufstieg in die Kreisklasse A. Mit 15 : 1 Punkten hatte man in der Abschlußtabelle vor der 2. Mannschaft des Ortsrivalen SC Rochade Neulußheim knapp die Nase vorn.
Dank freundschaftlicher Beziehungen zum Vogelverein Altlußheim wurde 1978 in Gemeinschaftsarbeit aller aktiven Mitglieder eine Gartenschachanlage erstellt. Diese erfreute sich unter den Spielern großer Beliebtheit und die Verantwortlichen faßten den Beschluß, ein Schnellschach-Turnier unter freiem Himmel durchzuführen. Die Premiere des 1. Altlußheimer Vogelpark-Schnellschach-Turniers fand mit etlichen Teilnehmern eine erfreulich gute Resonanz. Inzwischen ist diese traditionelle Veranstaltung zu einem festen Bestandteil des Altlußheimer Schachgeschehens geworden.
Die Achtziger Jahre
Beide Schachmannschaften konnten sich in ihren jeweiligen Spielklassen einigermaßen gut behaupten, schafften aber vor allem in der Saison 1979/80 nur mit Mühe den Klassenerhalt. Zahlreiche Akteure der 1. Mannschaft verließen den Verein und für die nachrückenden Spieler der "Zweiten" kam der Sprung in die Bereichsliga etwas zu schnell. Im Frühjahr 1981 belegte die 1. Mannschaft den letzten Platz und stieg in die Bezirksklasse ab. Auch die 2. Mannschaft beendete ihre Saison als Tabellenschlußlicht in der Kreisklasse A.Diese negative Entwicklung setzte sich im darauffolgendem Jahr weiter fort. Der erneute Abstieg der 1. Mannschaft in die Kreisklasse A bedeutete den vorläufigen Tiefpunkt des Schach- und Skatclubs. Die Mitglieder hatten zu jener Zeit allerhand zu tun, um den Verein über die Runden zu bringen. Die Vorstandschaft erkannte, daß nur mit einer gezielten Nachwuchsförderung der Club über Wasser zu halten war.
< In Zusammenarbeit mit der Grund- und Hauptschule Altlußheim gelang es, eine Schach AG zu gründen, die etliche Talente hervorbrachte. Besonders zu erwähnen ist hierbei das vorbildliche Engagement von Lehrer Wilfried Heger, der manchem Spieler der heutigen 1. Mannschaft die ersten Züge beibrachte. Unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Erhard Stephan wurde das Jugendtraining weiter ausgebaut, und durch die regelmäßige Teilnahme an Nachwuchsturnieren konnte das Spielniveau kontinuierlich gesteigert werden. Der erste Titel wurde bereits bei den Bezirksjugend-Einzelmeisterschaften 1984 in Heddesheim errungen. In der D-Jugend erspielte sich Ulrich Stephan die Bezirksmeisterschaft und eröffnete damit gleichzeitig eine Serie von weiteren Altlußheimer Erfolgen. Anläßlich des 10jährigen Bestehens des Schachclubs Rochade Neulußheim, nahm 1985 eine Jugendmannschaft an einem 4er - Mannschaftsblitzturnier teil. In der Besetzung Ulrich Stephan, Georg Prassas, Michael Hoffmann und Thomas Hartmann wurde unter knapp 30 Jugendmannschaften ein hervorragender 3. Platz erreicht.
Diese positive Entwicklung im Jugendbereich machte sich auch bald bei den Mannschaftskämpfen bemerkbar. Zwar mußten die beiden Schachmannschaften noch bis zur Saison 1983/84 in der Kreisklasse A gemeinsam auf Punktejagd gehen, doch so langsam kam wieder etwas mehr Schwung in den Spielbetrieb. Der Gruppensieg im Spieljahr 1984/85 und der damit verbundene Aufstieg in die Bezirksklasse war für die 1. Mannschaft ein deutliches Signal, daß man wieder besseren Zeiten entgegensehen konnte.
Als ein Erlebnis ganz besonderer Art konnte man die im April 1985 angetretene Reise in die Schweiz bezeichnen. Alfred Müller, selbst einmal Mitglied des Schach- und Skatclubs, war im schweizerischen Holziken ansäßig geworden. Mit Hilfe seiner Kollegen vom gastgebenden Schachclub Muhen brachte er eine Begegnung zustande, die für alle Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben sollte. Eine Bootsfahrt auf dem Vierwaldstädter See, der Schachvergleichswettkampf und das abendliche Festbankett waren die herausragenden Höhepunkte an diesem nicht alltäglichen Wochenende für die Altlußheimer Reisegesellschaft.
Im Jahre 1986 feierte der Schach- und Skatclub Altlußheim im Wagbachhäusel sein 40jähriges Jubiläum. In einem vollbesetzten Saal konnte der 1. Vorsitzende Erhard Stephan mit Bürgermeister Ewald Hestermann, zahlreichen Gemeinderäten sowie Vertretern der umliegenden Schachvereine mehrere Ehrengäste begrüßen. Er ließ in knappen Worten den bisherigen Werdegang des Vereins Revue passieren und beim anschließenden Vortrag von Festtagspräsident Karl Hoffmann ging es um die Entstehungsgeschichte der beiden Spiele Schach und Skat. Im weiteren Verlauf der Jubiläumsveranstaltung folgte die Überreichung der Siegerpokale an die jeweiligen Clubmeister, sowie die zahlreichen Ehrungen auf Grund verdienter Mitgliedschaften. In diesem Rahmen wurden die Gründungsmitglieder Johann Stephan und Oskar Schwechheimer für 40jährige Treue zum Verein zu Ehrenmitgliedern ernannt. Mit Musik und Tanz eröffnete der 2. Vorsitzende Egon Langlotz den zweiten Teil der Feier und beim gemütlichen Beisammensein wurde noch lange das Tanzbein geschwungen.
Recht gut behaupten konnte sich die 1. Mannschaft als Aufsteiger in der Bezirksklasse. Mit je zweimal Rang vier in den beiden Spielrunden 1985/86 und 1986/87 hatte man sich fest in dieser Klasse etabliert. Die intensive Nachwuchsarbeit des SSC bestätigten die altlußheimer Teilnehmer bei den Bezirkjugend-Einzelmeisterschaften 1986 in Ladenburg mit einem Doppelsieg im D-Jugendturnier. Den Titel sicherte sich Ralf Wittmann vor seinem Vereinskamerad Andreas Prassas.
Daß sich die Mitglieder des Schach- und Skatclubs auch bei anderen Sportarten nicht zu verstecken brauchten, bewieß man mit der Teilnahme an den Fußball-Ortsmeisterschaften 1986. Mit Torhüter Christian Pustal, den manchmal harten Verteidigern Jürgen Waidmann, Georg Prassas, Klaus Engelhorn und Martin Pustal, sowie den Spielmachern Klaus Langlotz und Michael Wagner und zuguterletzt Mittelstürmer Michael Hoffmann lieferte man sich packende Spiele gegen die gegnerischen Teams.
Zurückgekehrt auf die 64 Felder wurde die Saison 1987/88 für die Spieler des Schach- und Skatclubs eine der aktivsten und erfolgreichsten in der Vereinsgeschichte. Der 1. Mannschaft gelang in einem spannenden Finish der Sprung von der Bezirksklasse in die Bereichsliga. In bester Erinnerung dürfte die entscheidende Partie des letzten Spieltages gegen den direkten Kontrahenten aus Weinheim geblieben sein. Andreas Prassas, das jüngste Mitglied der Meistermannschaft, behielt in schwieriger Situation die Nerven und sicherte mit seinem Remis den fehlenden halben Punkt zum Aufstieg. Einen wesentlichen Anteil am Erfolg hatte Ulrich Stephan, der am Spitzenbrett 87 % der Punkte erreichte. Auch der am 2. Brett spielende Jürgen Hanselmann war mit seinen knapp 70% ein eifriger Punktesammler und gehört mit dieser fast durchweg konstanten Quote bis zum heutigen Tag zu den Aushängeschildern des Schach- und Skatclubs Altlußheim.
Zum ersten, aber leider auch zum einzigen Male, fand 1987 das sogenannte RAN-Turnier statt. Die Verantwortlichen der drei Schachclubs aus Reilingen, Altlußheim und Neulußheim hatten zur Erhöhung der Attraktivität des Spielbetriebs diese Veranstaltung geschaffen. Das im Neulußheimer Gasthaus "Zur Sonne" ausgetragene Turnier gewann aufgrund der besseren Buchholzwertung Josef Schuhmacher (Neulußheim) mit 5,5 Punkten, vor Georg Prassas (Altlußheim), der den zweiten Rang belegte. Auf den dritten Platz kam Jürgen Hanselmann (Altlußheim) mit 5 Punkten gefolgt von Walter Blössl (Neulußheim), Andreas Prassas (Altlußheim), Wilfried Braun (Neulußheim) und weiteren Spielern des 21 Teilnehmer umfassenden Feldes.
Eine willkommene Bereicherung der Spielpraxis bietet der alljährlich abgehaltene Badische Schachkongreß, der wechselweise in Süd-, Mittel- oder Nordbaden durchgeführt wird. Die Teilnahme der Altlußheimer Spieler 1985 in Donaueschingen, 1986 in Tauberbischofsheim, 1987 in Endingen und 1989 in Kehl waren für unsere jugendlichen Schachspieler eine sehr wichtige Erfahrung. Vor allem die gemeinschaftlichen Quartiere am Austragungsort gaben dem sich über eine Woche erstreckenden Turnier seinen besonderen Reiz. Mit Altmeister Erhard Stephan, den Jugendlichen Ulrich Stephan, Georg Prassas, Andreas Prassas, Ralf Wittmann, Harald Kneis, Jürgen Hanselmann und Betreuer Georg Otte konnte 1987 in Endingen die bisher größte Teilnahme verzeichnet werden. Gerne erinnert man sich an die gemeinsamen Unterkünfte, bei der vom Zubereiten der Mahlzeiten bis zum abendlichen Analysieren der gespielten Partien vor allem der gesellige Teil gepflegt wurde. Auf sportlicher Ebene war insbesondere die Qualifikation von Ulrich Stephan für das Meister B-Turnier bemerkenswert.
Zum wiederholten Male stellte der SSC Altlußheim im Herbst 1988 seine gelungene Nachwuchsarbeit unter Beweis. Der Jugendliche Ralf Wittmann sicherte sich im B-Jugendturnier die Bezirkseinzelmeisterschaft. Die Verbandsrunden1988/89 bis 1990/91 bescherten der Altlußheimer Mannschaft recht unterschiedliche Ergebnisse. Konnte man in der Saison 1988/89 gerade noch so den Klassenerhalt sichern, so schaffte das Team im darauffolgenden Jahr mit Rang drei die beste Plazierung der Vereinsgeschichte.
Die Neunziger Jahre
Einen wichtigen Bestandteil des Vereinslebens bilden die über die gesamte Saison ausgetragen Vereinsturniere. Mit aller Härte werden hierbei die besten Spieler des Schach- und Skatclubs Altlußheim ermittelt. Besonders knapp war der Ausgang der Blitzmeisterschaft 1989, bei dem die ersten drei Spieler ganze 1,8 Punkte voneinander getrennt waren. Die Abschlußtabelle lautete wie folgt: 1. Andreas Prassas 50,3 Punkte, 2. Ulrich Stephan 49,3 Punkte und 3. Erhard Stephan 48,5 Punkte.Mit der Durchführung der Bezirksjugend-Einzelmeisterschaften 1990 trat der Schach- und Skatclub Altlußheim zum ersten Mal als Ausrichter auf Bezirksebene in Erscheinung. Unter Leitung des 1.Vorsitzenden Erhard Stephan und seinen Helfern wurden über drei Wochenenden verteilt die rund 85 Jugendlichen und Schüler im Alter von fünf bis 20 Jahren betreut und versorgt. Die getrennt in verschiedenen Altersstufen ausgetragenen Wettkämpfe brachten auch für die einheimischen Teilnehmer Erfolge. Neuer Bezirksmeister der B-Jugend wurde Andreas Prassas vor Roland Schmaltz (jetziger Großmeister). Einen völlig überraschenden dritten Platz landete der Altlußheimer Klaus Hasselbach, der zum ersten Mal bei Jugendmeisterschaften an den Start ging. Nach der Überreichung der Siegerpokale dankte der Bezirksjugendleiter Keller dem ausrichtenden Schach- und Skatclub Altlußheim für die harmonisch und gut organisierte Veranstaltung.
Mit Beginn der 90er Jahre konnte die Skatabteilung wieder eine stärkere Beteiligung an den Preisskatturnieren verzeichnen. Erwähnenswert war dabei vor allem der Gesamtsieg von Abonnementmeister Mathias Lettang, der unter 18 Teilnehmern die Skatvereinsmeisterschaft 1990/91 mit großern Vorsprung gewann.
Unter der bewährten Turnierleitung von Georg Otte fand im Juni 1990 das 12. Altlußheimer Vogelpark-Schnellschach-Turnier statt. Bei diesem siegte der Schwetzinger Helge Roes zum dritten Mal in Folge und sicherte sich damit endgültig den Gewinn des Wanderpokals.
Den bisher letzten Einzelerfolg im Nachwuchsbereich konnte man bei den Bezirksjugend-Einzelmeisterschaften 1991 in Lampertheim erringen. Im A-Jugendturnier siegte Andreas Prassas und wurde damit zum zweiten Mal Bezirkseinzelmeister.
Die Saison 1991/92 stand für die Spieler der 1. Mannschaft des SSC unter keinem besonders guten Stern. Mit lediglich einem Pluspunkt stieg man in die Bezirksklasse ab.Für positive Nachrichten sorgte hingegen Jürgen Hanselmann, der beim Badischen Schachkongreß 1992 in Ladenburg die Qualifikation für das Meister B-Turnier erreichte.Auf Verbandsebene spielte die 1. Mannschaft von der Saison 1992/93 bis 1993/94 recht ordentlich in der Spitzengruppe der Bezirksklasse mit. Ein Jahr später schaffte das Altlußheimer Team mit der Vizemeisterschaft den Sprung in die Bereichsliga Mannheim erneut.Unter Leitung von Andreas und Georg Prassas wurde seit Anfang 1993 die Schüler- und Jugendabteilung neu belebt.
1996 werden viele Altlußheimer noch in guter Erinnerung halten. In diesem Jahr fielen gleich 2 Jubiläen zusammen. Der SSC Altlußheim feierte seinen 50. Geburtstag und die Gemeinde ihr 1050-jähriges Bestehen.Der kleine Verein entfaltete großes Engagement. Jedes aktive Vereinsmitglied wurde eingespannt.
Im Februar spielte man ein öffentliches Preisskatturnier aus, im Juli folgte ein Schnellschachturnier (15 Minuten Bedenkzeit pro Spieler und Partie) im Altlußheimer Vogelpark.Die vom Verein herausgegebene und von den Firmen in der Region unterstützte Jubiläums-Festschrift mit Vereinschronik fand nicht nur bei den Schachspielern reges Interesse.Ebenfalls im Jubiläumsjahr veranstalltete der SSC Altlußheim die Bezirkseinzelmeisterschaft für den Schachbezirk Mannheim, die über 3 Wochenenden ausgetragen wurde. Jürgen Kettner gewann schließlich das Turnier.
Der Höhepunkt des Jubiläumsjahres war das Festbankkett im Emil-Frommel-Gemeindehaus. Im vollbestzten Saal wurden die langjährigen Vereinsmitglieder für 15- bzw. 25-jährige Vereinsmitgliedschaft geehrt. Anschließend erfreute sich das Publikum an der Gesangsdarbietung des Gesangsvereins Altlußheim unter der Leitung von Anita Stanova-Gilbert, an der Tanzeinlage der Gymta-Gruppe und schließlich entführte Zaubermeister Karl Steinle in die Welt der Magie und Illusion. Nach dem offiziellen Teil spielte Dieter Schwechheimer zum Tanz auf. Bis weit nach Mitternacht schwangen die Freunde des SSC das Tanzbein. Rundum eine gelungene Veranstaltung.
Auch sportlich ging es erfolgreich weiter. In der auf das Jubiläumsjahr folgenden Saison 1997/98 wurde die 1.Mannschaft mit 15:3 Mannschaftpunkten und 46,5 Brettpunkten Meister in der Bezirksklasse Mannheim. Die nächsthöhere Klasse die Bereichsliga, konnte man jedoch nicht halten und stieg in der darauffolgenden Spielzeit als Vorletzter mit 4 Mannschaftspunkten und 29 Brettpunkten wieder ab. In den folgenden Jahren konnte sich das altlußheimer Team in der Bezirksklasse behaupten.
Das neue Jahrtausend
Mit einem tiefen Einschnitt und gleichzeitig einem Generationenwechsel ging der Verein ins neue Jahrtausend. Nach 27 Jahren als 1.Vorsitzender gab Erhard Stephan im Mai 2000 das Amt an Georg Prassas ab. Zwei Monate später wurde Erhard Stephan im Rahmen der Jahresabschlussfeier zum Ehrenvorsitzenden ernannt.Schach ist ja - leider Gottes - ein Männersport. Warum eigentlich? Vereine und Verbände nehmen Schachspielerinnen mit Handkuss auf. Um so erfreulicher war der Gewinn der vereinsinternen Jahresblitzmeisterschaft 2000 durch Diana Träutlein, eine Premiere in der Vereinsgeschichte. Sie setzte sich gegen 14 männliche Konkurrenten durch.
Erhard Stephan verstarb am 24.03.2001. Für den Verein war das ein herber Verlust. Erhard Stephan hat sein ganzes Wirken dem Schachspiel im allgemeinen und seinem SSC Altlußheim im besonderem gewidmet. Wir werden ihn nie vergessen, aber immer vermissen.
Am 28.07.2001 veranstaltete der SSC Altlußheim die alljährlich Aktion "Schach für Anfänger" im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde Altlußheim. Mit einer Rekordbeteiligung von 34 Teilnehmern wurden in diesem Jahr alle Erwartungen übertroffen.
Erfolgreich war man beim Bezirkspokal 2001/02 für 4-er Mannschaften. 24 Teams gingen an den Start um im K.O.-System den Pokalsieger zu ermitteln. Altlußheim schied nach 2 Siegen mit je 3:1, gegen zum Teil höherklassige Mannschaften, erst im Viertelfinale gegen Weinheim knapp mit 1,5:2,5 aus.
Auch in der Saison 2001/02 wurde die Jugendarbeit weiter vorangetrieben und das Vogelparkturnier erfreute sich immer größerer Beliebtheit. 2002 kämpften im Hauptfeld 40, im Seniorenturnier 6 Spieler um die Punkte.
Auch in der Saison 2002/03 ging es weiter aufwärts. Die 1. Mannschaft machte in der Bezirksklasse Mannheim mit 18:0 Punkten einen glatten Durchmarsch und stieg in die Bereichsklasse auf.
Am 19.7.2003 brachte die Vorbeifahrt einer auf einem Binnenschiff montierten Concorde Abwechslung in den Alltagstrott. Der Schachclub versorgte die zahlreichen Schaulustigen und Ausflügler an einem Imbissstand.
Im selben Monat wurde das 25. Vogelpark-Schnellschach-Turnier veranstaltet, wieder mit 46 Teilnehmern, dabei auch Spieler aus der 2. Bundesliga.
Zum Saisonabschluß 2002/03 wurden Egon Langlotz und Mathias Lettang aufgrund ihrer langjährigen Mitgliedschaft und besonderer Verdienste zu Ehrenmitgliedern ernannt.
In der Saison 2003/04 setzte sich der Aufwärtstrend fort. Während sich die 1.Mannschaft als Aufsteiger in der Bereichsklasse Mannheim knapp halten konnte, erreichte die frisch gegründete 3. Mannschaft einen unerwarteten 3. Platz in der Kreisklasse C.
Rainer Molfenter übernahm die Jugendleitung und konnte bei der Saisonabschlußfeier zahlreiche Bauern- und Springerdiplome an Schüler- und Jugendspieler überreichen.
Im Rahmen des Ferienprogramms 2004 veranstaltete der Verein einen Nachmittag unter dem Motto "Schach für Anfänger". 25 Jungen und Mädchen nahmen in den Räumen des Mehrzweckgebäudes teil.
Zu Beginn der Saison 2004/05 veranstaltete der Verein erstmals die Lußheimer Schulschachmeisterschaften. 14 Kinder aus Altlußheim und Neulußheim spielten mit. Daniel Bachert von der Neulußheimer Markusschule gewann das Turnier. Jeder Spieler durfte eine Urkunde und einen Sachpreis mit nach Hause nehmen.
Im Herbst richtete der Schach- und Skatclub die Bezirksjugend-Einzelmeisterschaften im königlichen Spiel aus. 53 Teilnehmer kämpften in 4 Altersklassen U8, U10, U12 und U14 um den Sieg. Viel Spaß hatten Jung und Alt beim Generationencup, der im Mehrzweckgebäude ausgetragen wurde. 14 Zweierteams traten an. Die jüngste Teilnehmerin war 5, der älteste Spieler war 73. Adrian und Roland Kalt holten sich den Siegerpokal.
In der Bereichsklasse musste die 1. Mannschaft diesmal nie um den Klassenerhalt zittern und schloß mit einem Mittelfeldplatz ab.
Das im Juli 2005 durchgeführte Vogelparkturnier erreichte mit 60 Spielern Rekordbeteiligung. Es gewann der für Kaiserslautern spielende Internationale Meister Vadim Chernov. Die Sonderwertung Ü60 entschied Fide-Meister Efim Brants von den Schachfreunden Karlsruhe für sich, Kirstin Auburger vom TSG Mutterstadt wurde beste Dame und Markus Mandery von Ludwigshafen 1912 wurde bester Jugendspieler.
Auch der zweite Generationen-Cup im Dezember 2005 war gut besucht. Zum Schluss durften Daniel und Elisabeth Bachert den Siegerpokal in Empfang nehmen.
SSC Altlußheim e.V.







